|
Flusskrebse
Projekt zur Förderung und Wiederansiedlung von einheimischen Flusskrebsen im Kanton Solothurn
Früher wurden fast alle Gewässer Europas von verschiedenen Arten von Flusskrebsen besiedelt. Inzwischen sind jedoch einheimische Flusskrebse in der Schweiz und im Speziellen im Kanton Solothurn eine Rarität. Da Krebse häufig überhaupt nicht wahrgenommen werden und sich weder die Fischereiverwaltung noch die Fischereiverbände ihres Erhaltes annahmen, reagierte die ASA und lancierte ein Projekt zu ihrer Förderung.
Gefahren für Flusskrebse
Einheimische Flusskrebse sind aus mehreren Gründen selten im Kanton Solothurn. Einerseits wurde ihnen die ehemals äusserst schlechte Wasserqualität zum Verhängnis. Krebse reagieren auf gewisse chemische Verschmutzungen äusserst empfindlich. Verschwand eine Fischart, so wurde in der Regel durch Besatz versucht, diese wieder anzusiedeln. Das Verschwinden der Flusskrebse wurde dagegen meistens nicht einmal wahrgenommen.
Gerade an Bächen und Kanälen hatten und haben Krebse aber auch mit unnatürlichen Verbauungen zu kämpfen. Begradigungen und Verbauungen nahmen ihnen den Lebensraum. Zudem wurde dadurch auch ihre Nahrung - alle Pflanzen und toten Tiere - seltener.
Der Hauptgrund für die Bedrohung der einheimischen Flusskrebse sind aber ihre aus Amerika eingeführten Verwandten. Die amerikanischen Flusskrebse tragen eine Pilz-Krankheit, die Krebspest, in sich. Während die "Amerikaner" gegen diesen Pilz weitgehend immun sind, sterben die einheimischen Flusskrebse immer daran. Eine Koexistenz zwischen den verschiedenen Herkünften ist also nicht möglich.
Situation im Kanton Solothurn
Im Kanton Solothurn gelten zwei Flusskrebsarten als einheimisch, der Edelkrebs (linkes Bild) und der Dohlenkrebs (rechtes Bild). Beide sind inzwischen sehr selten und kommen nur noch in wenigen kleinen, isolierten Beständen vor.
Dagegen sind die eingeführten amerikanischen Flusskrebse besonders in der Aare weit verbreitet. In der ganzen Aare im Kantonsgebiet vor kommt der Kamberkrebs von der amerikanischen Ostküste. Der Signalkrebs kommt besonders in Aare im Raum Solothurn sehr häufig vor.
Das tut die ASA!
Aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegenüber wichtigen gewässerökologischen Faktoren sind Flusskrebse ausgezeichnete Bioindikatoren. Wo sie vorkommen, weisen die Gewässer in aller Regel auch für andere Arten (Fische, Amphibien, Pflanzen) geeignete Qualitäten auf. Zudem halten Krebse die Gewässer sauber, da sie abgestorbenes Pflanzen- und Tiermaterial verzehren. Sie gelten als die Polizisten der Gewässer. In gesunden Gewässer-Ökosystemen nehmen Flusskrebse eine zentrale Rolle ein. Daher hat sich die ASA entschlossen, einheimische Flusskrebse gezielt zu fördern!
Einerseits werden in der Region Solothurn verschiedene Bäche und Weiher gezielt nach bestehenden Krebsbeständen abgesucht. Damit soll mehr über die aktuelle Verbreitung herausgefunden werden.
In potentiell geeigneten Lebensräumen, die aktuell keine Krebsbestände aufweisen, werden dann in Absprache mit der kantonalen Jagd- und Fischereiverwaltung Krebse ausgesetzt. Im Jahr 2008 wurden 200 Edelkrebse in zwei geeigneten Gewässern angesiedelt. 2009 wurden 400 weitere Tiere ausgesetzt. Insgesamt wurden bisher in vier Solothurner Gewässern Edelkrebse wieder angesiedelt. Damit hat die ASA mit ihrem Projekt die Anzahl der Edelkrebspopulationen im Kanton vervierfacht! Weitere Edelkrebse sowie Dohlenkrebse werden 2010 folgen.
Weitergehende Informationen sind dem Projektkonzept aus dem Jahr 2008 zu entnehmen:
Medienartikel zum Start des Projekts (Initialbesatz des Chriziweihers mit Edelkrebsen):
Medienartikel zu einem weiteren Besatz (Initialbesatz des Eimerechweihers in Wolfwil):
Edelkrebse vor der Aussetzung:
nach oben  |