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Was bedeutet dir die Aare?

Schiffsunglück

Ein Schiffsunglück im Jahre 1840!

 

JGK - Die Juragewässerkorrektion

Bei der Juragewässerkorrektion (JGK) wurden viele Gewässer am Jurasüdfuss korrigiert. Sie hatte zwei Hauptziele: erstens die Region vor Hochwassern zu schützen und zweitens neues Landwirtschaftsgebiet zu gewinnen. Durch die Umleitung und Kanalisierung gewisser Gewässer, darunter der Aare, sollten diese Ziele erreicht werden. Die erste JGK, die von 1868- 1891 durchgeführt wurde, erreichte dieses Ziel nur bedingt. Deshalb wurde von 1962- 1973 die zweite JGK durchgeführt.

Abbildungen aus E. Ehrsam, Zusammenfassende Darstellung der beiden Juragewässerkorrektionen.

Mit den Bauarbeiten zur ersten JGK wurde 1868 begonnen. Damals wurde die Aare in den Bielersee umgeleitet, der Bielerseeausfluss wurde dafür ausgebaut und die Aare bis nach Solothurn angepasst, u.a. durch Befestigung der Ufer mittels Blocksteinwurf. Zudem wurden Broye und Zihl korrigiert, d.h. begradigt und befestigt. Anfänglich wirkten diese Massnahmen auch, doch mit der Entwässerung des Landes senkte sich dieses bis zu einem Meter ab. Somit wurden Überschwemmungen wieder möglich. Es musste also wieder etwas getan werden.

Abbildungen aus E. Ehrsam, Zusammenfassende Darstellung der beiden Juragewässerkorrektionen

Abbildungen aus E. Ehrsam, Zusammenfassende Darstellung der beiden Juragewässerkorrektionen.

 

Deshalb wurde 1962 mit der zweiten JGK begonnen. Das Ziel war, die drei Jurasüdfussseen sowie deren Zu- und Abflüsse zu einem ganzen Gewässernetz zu vereinigen, so dass eine bessere Regulation der Wasserstände durch das Wehr bei Port möglich wurde. Ein Ziel der Korrektion, nämlich die drei Seen auf ein gemeinsames Niveau zu bringen, war noch nicht erreicht. Bei Hochwassern zum Beispiel lag der Pegel des Murtensees bis zu 80 cm über dem des Neuenburgersees. Das lag daran, dass die Abflusskapazität des Broyekanals zu gering war. Das Problem stellte sich ähnlich zwischen Bieler- und Neuenburgersee. Deshalb mussten sowohl Broye- als auch Zihlkanal erneut ausgebaut und damit deren Abflusskapazität erhöht werden. Auch der Wasserstand der Aare wurde mit der zweiten JGK besser regulierbar. Gleichzeitig wurde das Abflussvermögen der Aare erhöht, damit notfalls mehr Wasser aus dem Seeland abfliessen kann. Die Bauarbeiten wurden 1973 abgeschlossen.

Aaretal, Überschwemmung 1944 oberhalb Solothurn.

Aaretal, Überschwemmung 1944 oberhalb Solothurn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trotz den positiven Auswirkungen hatte die JGK auch negative Folgen. So verschwanden zum Beispiel riesige Naturflächen und die Flora und Fauna der Region wurde erheblich beeinträchtigt. Es wurden aber mit der zweiten JGK auch Massnahmen zugunsten der Natur gemacht, z. B. wurden die Ufer mit Lebendverbau befestigt, was heisst, dass gezielt Bäume und Sträucher gepflanzt wurden. Mit dem Aushubmaterial der Bauarbeiten wurden neue Inseln geschaffen, die oberirdisch eine neuen Lebensraum für verschiedene Vögel boten und im Wasser neue Laichgründe für Fische bildeten.

Mittels einer neuen Studie wurde auch nachgewiesen, dass wegen der JGK sich die Temperatur der gesamten Region um ca. 0,3° Celsius abgekühlt hat (gem. Untersuchung von N. Schneider Uni Bern und W. Eugster ETH Zürich). Dies ist zwar keine gefährliche Absenkung, doch es zeigt, wie anfällig das Klima auf Störungen ist und selbst verhältnismässig kleine Eingriffe folgen haben können.

 

 

 

 

 

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